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Wenn Träume plötzlich wahr werden…

Von Björn Lahmann

Als wir Ende 2019 unsere Pforten auf Norderney schlossen, wollten wir mal schauen, wie das so ist, ein Leben ohne Gastronomie, ohne Whiskybar. Geht das überhaupt? Unser großer Traum war es ja schon immer gewesen, einmal diese eine Bar zu haben, in diesem einen Objekt, wo man nicht mehr fortwill, an einem ganz besonderen Ort. Dafür hatten wir schon über viele Jahren hinweg spezielle „Pullen“ gekauft, seltene und besondere Abfüllungen eben für diesen einen Moment. Und es war sicher nicht so, dass unsere vorherige Bar auf Norderney dafür zu klein war. Oder gar zu schlecht ausgestattet. Dennoch fehlte dort immer der letzte Schritt.

Doch wie es wohl viele kennen, vergisst man schnell all das Doofe am Job die Behörden und Verbände und ihre ganze elendige Bürokratie, die einem so oft die Lust am Job rauben. Nein, man denkt wieder an die schönen Abende, nachts, im Stress, am Wochenende, mit wenig Schlaf und keinen Feiertagen, also alles, was das Gastro-Leben so besonders macht. Die coolen Drinks, die schönen Gespräche über Whisky, über Gott und die Welt. Die tollen Menschen, die in der Gastronomie arbeiten und ticken wie man selber, aber auch an die so vielen wunderbaren Kontakte drum herum. Unser Ergebnis war eindeutig: Es fehlt! Und, ach, irgendwie überlebt man schon die Bürokratie, sagt man sich noch, denn möchte einfach wieder nur mitten rein in dieses Leben…

Also schaut man bei Immo-Scout, streut hier und da ein, dass man was sucht und nix klappt! Natürlich guckt man sich ab und zu ein Objekt an. Aber wo hat man schon dieses irre Gefühl: Das ist es! Und zwar genau das! Nichts anderes. Nur dieses Ding!

Und dann kam er doch, dieser Moment. Über dreimal Vitamin B und bei einem Besuch in einer der ältesten Straßen Hamburgs, in einem der ältesten Gebäude der Stadt. „Wahnsinn! So etwas kann man mieten? Und auch noch wir?“ Das oder sonst nix, das wussten wir, Suse und ich, sofort. Nur dachten das einige andere auch. Und so folgten erst einmal ein paar Gespräche mit den Besitzern des Hauses, Bewerbungsrunde um Bewerbungsrunde…

Zu unserem Glück sind die Besitzer große Fans von besonderer Gastronomie. Und dann ging es alles ganz schnell. Wort drauf, Pachtvertrag und los geht’s! Planen, planen, planen, und nebenher ein paar zeitraubende und teure Monster an den Backen Ämter, Behörden, GEMA, GEZ, BGN, IHK, alles was einem im Leben nicht fehlt, die aber schon lange vor den ersten Umsätzen ihre Rechnungen schreiben. Aber gut, so ist es halt. Und an was man alles denken muss – Kasse, Musik, Alarmanlage, Thekenbauer, Küchenbauer, Elektrik, Lüftungen, Beleuchtung, Stühle, Blumen, Gläser, Klopapierhalter und Putzpläne. Und an noch ein paar Dinge mehr. Personal suchen, zig Gespräche, ob man zueinander passt, ob man Bock hat, zusammen zu arbeiten, Arbeitsverträge, Anmeldungen, Post von den Krankenkassen.

Macht auch was Spaß? Eigentlich bestimmt! Es ist aber immer so viel los, dass man es kaum bemerkt. Schöne neue Gläser aussuchen. Weinkarte durchprobieren. Gästetische. Den Aufbau der Bar gestalten, und, und, und, … ach, Moment, Steuerberater ruft an. Gut, dass ich die Karte mal einfach so lange vorher in der Auszeit geschrieben habe, bald drei Monate habe ich fast täglich ein paar Stunden dran gesessen, um eine einzigartige Karte zu haben, nur falls dieser eine Moment kommt. Und er kam. Und begann mit einem heftigen Wasserschaden. Von dem erzähle ich Euch nächste Woche…

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