You are currently viewing Auf den Spuren der „Peat Elite“

Manche Meldung überliest man schnell. Denkbar etwa die über Caisteal Chamuis. Unter dem alten gälischen Namen sind zwei neue Blended Malt Whiskys aus Schottland auf den Markt gekommen. Und die erklären sich nicht von selbst. Also hakten wir beim Brand Ambassador Christoph Albietz nach. Und bringen so etwas mehr Licht ins Dunkle über Caisteal Chamuis, Torabhaig, Mossburn Distillers und den Members Club „Peat Elite“.

Von Heinfried Tacke

Zugegeben: Das Intro wirft mit vielen Namen um sich. Nur richtig klar wird damit gar nichts. Doch genauso dürfte es einem mit den beiden neuen Blended Malt Scotch Malt Whiskys ergehen. Ohne Hintergründe sind sie wie ein Pferd, das man von hinten aufzäumt. Geht selten gut. Also fangen wir besser von vorne an. Und das wird man wohl so erzählen müssen:

2013 ist das Jahr, mit dem alles beginnt. Es datiert den Spatenstich zu einer neuen Brennerei auf der Isle of Skye. Ein altes Gehöft an der Knock Bay, das schon länger leer steht und einst aus den Steinen eines alten Castles errichtet wurde, wird dafür genutzt und umgebaut. Nicht weit davon entfernt: die Überreste des alten Castles. Wir kommen darauf noch zurück. In den ersten Jahren hört und liest man allerdings kaum was von all dem. Es gibt nur eine Person, über die man gelegentlich spricht. Ein Däne, der im Pharmageschäft zu viel Geld gekommen sein soll. Name: Dr. Frederik Paulsen. Und, tatsächlich: Schritt für Schritt baut sich Paulsen in den folgenden Jahren ein kleines Imperium in der Welt der feinen Tropfen auf. Dessen Name: Marussia Beverages. Auch dazu später mehr. Nur zu Beginn unserer Erzählung weiß man von all dem fast nichts. Klar ist nur, dass die schönste Insel der Inneren Hebriden nach langen 190 Jahren endlich wieder eine neue, nun zweite Brennerei bekommen wird. Doch selbst dessen Name bleibt ein Geheimnis. Und so vergehen weitere vier Jahre ins Land, ehe alle Arbeiten abgeschlossen sind. Erst 2017 nimmt die Brennerei ihren Betrieb auf – mit einer Crew, die sich zumeist aus Quereinsteigern zusammensetzt, dafür aber alle von der Insel stammen.

„Shaped by Skye“

Mit dem Start der Brennerei prangt nun zudem ihr Name über den weiten, hügeligen Platz an der Bucht, der jenen gälischen Namen innehat wie nun auch die Brennerei: Torabhaig. Reden wir nicht lange drum herum: Heute, nochmals vier Jahre später, besitzt Torabhaig einen Ruf wie Donnerhall. Und auch der erste Whisky von der Brennerei schlägt Anfang 2021 ein wie eine Bombe. Das hat viele Gründe. Die Isle of Skye besitzt viele Fans, ebenso die bisher einzige Brennerei von der Insel. Doch dann hebt plötzlich eine neuer Peated Single Malt Whisky von der Insel seinen Finger. Und der überzeugt nicht nur auf Anhieb durch seine Qualität. Er beeindruckt auch noch die Peat Fans mit seiner fruchtig-eleganten Melange aus Torfrauch und feinherber Brise, die wie ein Wehen vom Meer her über diesen Whisky zu schweben scheint. Kurzum: Man wird der Nachfrage kaum Herr. In nur wenigen Tagen ist der Launch des „2017“-er aus der „The Legacy Serie“ von Torabhaig vergriffen. Und im Sommer 2021 sieht es mit dem 2. Launch nicht anders aus: „Allt Gleann“ geht ebenfalls nur noch streng abgezählt an die begierigen Händler. Eine Überzahl von Interessierten ist froh, wenn sie überhaupt eine Flasche ergattert. Aus der erahnten Not heraus lässt man aber wenigstens eine größere Zahl an kleineren Samples abfüllen, damit trotzdem noch so viele Enthusiasten wie möglich eine erste Idee von diesem neuen „Shaped by Skye“ Single Malt bekommen. Eine Entscheidung, an der sich erstmals der Einfluss des neuen Brand Ambassadors der Marke in unserem Lande bemerkbar macht.

A new kid on the block

Die Rede ist von Christoph Albietz. Seit dem 1. Januar 2021 ist er in dieser Funktion tätig für Marussia Beverages Deutschland. Mit Christoph habe ich im Februar 2021 das erste Mal zu tun. Zuerst meldete er sich per Mail, dann telefonierten wir. Ok. Das war nett, sagte aber nicht viel aus. Er lud mich zu einem Online Tasting ein. Deutscher Launch von Torabhaig „2017“. Das aber sollte ein echtes Highlight werden. Denn es war einer der wenigen unter den vielen digitalen Events in den langen Monaten der Pandemie, der wirklich spannend verlief. Und mehr noch: Bei dem der Austausch unter allen, die da so am Bildschirm saßen, herrlich lebendig geriet. Das setzte sich in mir fest. Und auch in der Folge erlebe ich diesen Christoph Albietz immer wieder als einen Markenbotschafter, dem man diese unbedingte Hingabe für die Sache abnimmt. Was für ein Glücksgriff für Torabhaig, denke ich öfter. Bei einem unserer nächsten Treffen in Berlin deutet er an, dass noch was ganz Neues im Busch wäre im Umfeld der Brennerei. „Da kommt was richtig Spannendes“, steckt er mir mit einem Grinsen über beide Ohren. Dann drückt er mir eine Probe eines Single Casks von Torabhaig in die Hand, sagt nur „77ppm“, hebt seine Augenbrauen und schiebt „also ein bisschen mehr noch als bei der ersten Abfüllung“ hinterher. Wieder bin ich prompt angetan von der Probe. Mann, die scheinen es echt drauf zu haben bei Torabhaig…

Mossburn Distillers Ltd. und mehr

Als dann die Meldung von Marussia Beverages Germany auf meinen Tisch landet mit den beiden neuen Blended Malt Whiskys „Caisteal Chamuis“, ist mir sofort klar, dass es das war, was Christoph nur andeuten konnte. Ich rufe ihn sofort an. „Das ist also die Überraschung, die Du noch in petto hattest?“, komme ich gleich zur Sache. „Bingo!“, gibt er knapp zurück. Man ahnt seinen Triumph auf der anderen Seite. Wir tauschen uns lange aus. Denn nun wird die Geschichte doch komplizierter. Jetzt geht‘s nicht mehr nur um Torabhaig. Jetzt kommen auch die Mossburn Distillers ins Spiel. Die Firma ist Eigner von Torabhaig, wurde jedoch erst 2017 gegründet. Das verwirrt zunächst, ist aber am Ende nur ein Teil eines großen Ganzen. Man muss sich nämlich diesen Dr. Frederik Paulsen als einen Liebhaber besonderer Genüsse denken, allen voran aber als jemand, der Whisky liebt wie du und ich und viele andere Freaks und Liebhaber, wie Christoph Albietz erklärt. „Unser ganzes Tun ist von dieser eigenen Nähe zur Liebhaberei geprägt“, ergänzt er. Und doch ist die Gründung von Mossburn Distillers auch nur ein weiterer Baustein unter vielen im Kontext eines weltumspannenden Engagements dieses Mannes, der sich bei allem aber lieber im Hintergrund hält. Unter dem Dach seiner Marussia Beverages Holding in den Niederlanden ist man längst in 12 Ländern dieser Erde aktiv (u.a. Erwerb von Schlumberger in Deutschland, Top Spirit in Österreich und Rolf Kindschi Söhne in der Schweiz). Mossburn Distillers Ltd. hat indes seinen Sitz in den Lowlands. Knapp 40 Meilen südlich von Edinburgh, unweit der bekannten Harriot Watt Universität für Brauer und Destillateure, betreibt man eine kleinere Labor-Brennerei („The Reivers Distillery“) und hält ein Warehouse vor. Denn der Schriftzug Mossburn Distillers steht vor allem für einen neuen Independent Bottler und Blender. Was uns endlich zur eigentlichen News der zwei neuen „Heavily Peated“ Blended Malt Whiskys führt. Sorry, Guys! Ist nun mal so vertrackt…

Der Wunsch nach dauernder Verfügbarkeit…

Doch so löst sich nun auch die Verbindung zu Torabhaig auf. Denn der Name der Burgruine in der Nähe der Brennerei, aus dessen Steinen das Gehöft gebaut wurde, ist kein anderer als „Caisteal Chamuis“. Das hatte mir Christoph gesteckt, auch, dass unter diesem Namen noch was kommen würde. Kleiner Vorteil. Teile ich hier gern. Nur jetzt müssen dann wohl auch mehr Details auf den Tisch. „Sind das denn versteckte Torabhaigs?“, hake ich bei Christoph nach. „So kann man das sicher nicht sagen. Aber klar ist, dass wir gerne dauernd verfügbare Abfüllungen haben wollten, gerade zu Beginn einer neuen Brennerei, wo man bei den ersten, limitierten Releases nur sehr begrenzt die Nachfrage bedienen kann. Mit Mossburn Distillers im Rücken können wir dagegen größere Mengen von Abfüllungen mit einem Blended Whisky machen. Na ja, und dass der ordentlich Peat haben musste, wenn man ihn mit Torabhaig und der Isle of Skye in Verbindung bringen soll, liegt auf der Hand, oder?“, so Christoph am anderen Ende der Leitung.

.. und ein bisschen geheimnisvolles Tuscheln

Fakt ist, dass in dem Blended Malt von Caisteal Chamuis ohne Altersangabe auch Torabhaig Malts enthalten ist, neben zwei anderen Brennereien, wie Christoph bestätigt. „Bei dem 12-jährigen Caisteal Chamius sind es nur die zwei anderen“, ergänzt er. Man ahnt, dass ich da mehr herausbekommen möchte. Tja, und dann meine ich so etwas wie Andeutungen zu zwei ganz bestimmten Brennereien auf Islay und Orkney herausgehört zu haben, kann mich aber genauso gut verhört haben. Das Dementi wird sicher unverzüglich kommen. Kennen wir alle, dieses Spiel. Und doch ahnt man mit diesen Hinweisen sowie einer kleinen Portion Fantasie schon nach dem ersten Probieren, um welche anderen beiden Brennereien es sich bei diesen zwei Caisteal Chamuis Blends handeln dürfte. Und damit will man selbstbewusst ins direkte Rennen um die Gunst von Fans etwa eines gewissen Islay-Fischers namens Big Feet oder so ähnlich.

Gelungene Melange von Islay, Orkney & Isle of Skye

Ich will offen sprechen: Ich mag beide. Beide Brennereien sowieso, die an diesen Heavily Peated Blends beteiligt sind. Die eine von ihnen kann ordentlich Menge und steht eher für einen kalten, nach Ofenrohr schmeckenden Rauch à la Port Ellen. Die andere bringt die typische Süße von Sherry Casks in die Caisteal Chamuis Blends, während die noch jungen Peated Malt Whiskys von Torabhaig einen Hauch von Stall und Wärme in die NAS Version des neuen Peated Blends träufeln. Und ich mag beide Versionen davon, wobei ich den jüngeren unter ihnen gar ein gutes Stück lebhafter und vielschichtiger erlebe. Freunde des gepflegten Asphalt Abschleckens, wie man den bevorzugten Phenol-Genuss ebenfalls gern umschreibt, werden großen Spaß an diesen beiden neuen Whiskys haben.

Exklusive Membership in der „Peat Elite“

Was mir noch ein Stichwort liefert. Denn im Laufe unseres Telefonats kommt von Christoph immer wieder der Hinweis auf die „Peat Elite“ von Torabhaig. Na gut! Dann sollen unsere Leser auch darüber nicht dumm oder gar unaufgeklärt sterben. Unter diesem ambitionierten wie ansprechenden Namen hat Torabhaig eine exklusive Membership ins Leben gerufen. Kostet zwar stolze 250 Pfund im Jahr, bietet aber satt was fürs Geld. Unter anderem zwei exklusive (Single Cask) Bottlings pro Jahr, dazu jährlich ein Sample Pack von der Brennerei mit exklusiven Proben von Abfüllungen, die erst noch kommen werden, außerdem zwei Online Tastings pro Jahr sowie diverse bevorzugte Bestellmöglichkeiten bei künftigen Bottlings, allen voran von den noch geplanten „Private Reserve“ Bottlings, aber auch von zurückgestellten Flaschen aus dem Torabhaig Archiv; nicht zu reden zuletzt von Member Tours vor Ort und dergleichen mehr. Die komplette Offerte dieser Membership findet man übersichtlich aufgelistet unter:

Übrigens: Der Name „Peat Elite“ ist wirklich der Hammer. Mega Idee! Wenn man nur einen Funken Peat-Feuer in seinem eigenen Whiskyliebhaberherzen brennen spürt, kann man da kaum widerstehen. Zu dieser Elite will, nein, muss man einfach dazugehören! Oder? Nur das prüfe und bedenke jeder für sich. Wir könnten es sehr gut verstehen, klären hier aber nur auf. Will sagen:

Peat Mission accomplished!   

www.caisteal-chamuis.com
www.torabhaig.com
www.mossburnwhisky.com

Bild/Bezugsquelle: Marussia Beverages Germany GmbH (www.marussiabeverages.de)

Gewinnspiel


3 Flaschen Caisteal Chamuis im Gewinnspiel

Zu Auf den Spuren der „Peat Elite“ gibt es 3 Flaschen Caisteal Chamuis zu gewinnen.

Zum Gewinnspiel geht es hier.

Das Gewinnspiel beginnt mit seiner Freischaltung

am 06.12.2021, 12.00 Uhr und endet

am 17.01.2022, 23.59 Uhr.