Ich setze meine Reise zu einigen niederländischen Brennereien fort und fahre nach Zwartsluis, einem Dorf und Hafenort, der in der Provinz Overijssel liegt, und zwar dort, wo der Fluß ‚Zwarte Water’ und der Kanal Meppelerdiep zusammenfließen und in einen See münden. Dieses Mal geht es um einen echten Newcomer.
Der Name Dubhghlas bedeutet auf Gälisch „Vom dunklen Wasser“ und ist eine Anspielung auf den Fluss Zwarte Water (Schwarzes Wasser), der in den breiteren Schwarzen See mündet.
Mehr als ein Experiment
Dieses New Kid on the Block ist die Dubhghlas Distillery, die bereits lautstark an die Tür klopft. Als Überseeschiffingenieure widmen sich die beiden Eheleute Laura und Cees Stravers nach ihrer Heimkehr dem gemeinsamen Traum und einer alten Leidenschaft: das Destillieren von Whisky nach schottischer (Dubhghlas) und irischer (Dubh Linn) Art.
Mit der für ihren Beruf typischen Präzision wurde vor Jahren ein Destillierkessel zusammengebaut, eine Vielzahl von Fässern gesammelt und verschiedene Rohstoffe von verschiedenen Mälzereien im In- und Ausland bezogen. Doch das alles ging nicht von heute auf morgen! Mithilfe von YouTube-Videos und James Eadies „The Distillation of Whisky, 1927-1931“ haben sich die Beiden in die Feinheiten des Destillierhandwerks hineingefunden.
Als der erste New Make abgefüllt war, stellten Kenner fest, dass dies mehr als nur ein Experiment war. In einem Seecontainer in Zwartsluis befinden sich bereits 66 Fässer – von Quarter Casks bis Butts –, die darauf warten, dass sie als Single Casks abgefüllt werden. Der Name Dubhghlas bedeutet auf Gälisch „Vom dunklen Wasser“ und ist eine Anspielung auf den Fluss Zwarte Water (Schwarzes Wasser), der in den Schwarzen See mündet.



Es ist erst fertig, wenn es gut ist
„Wir haben einen 35-ppm-Spirit und einen ungetorften Spirit in einem ehemaligen Rye-Fass von Heaven Hill und einem ehemaligen Ardmore-Fass“, erzählt Destillerie-Manager Cees Stravers begeistert. „Außerdem einen 50-ppm-Spirit sowohl in einem Tawny- und Ruby-Portfass als auch in einem Oloroso-Sherryfass. Unsere Chocolate-Malt-Spirituosen reifen in einem PX- und Olorosovat-Fass und einem Heaven Hill-Fass. Mit einer Anspielung auf unserem geliebten Jack Daniels Old No. 7 haben wir unseren eigenen Bourbon beiseite gestellt. Bald werden wir einen Getreidewhisky mit gleichen Anteilen von Hafer, Weizen und Gerste brennen. Geduld also; es ist erst fertig, wenn es gut ist.“
Noch mehr Reifung
Zu einer großen Vielfalt an Kombinationen gehört laut Cees und Laura auch das sorgfältige Einkaufen bei verschiedenen Mälzereien. „Wir sind noch auf der Suche, aber langsam nimmt es immer konkretere Formen an. So beziehen wir das ungetorfte Destilationsmalt von Holland Malt aus dem Eemshaven in Groningen. Für die 50 ppm verwenden wir den Thirsty Thistle von Pauls Malt aus dem schottischen Glenesk; beide sind von der Sorte Laureate. Für unsere hochdiastatische Gerste kaufen wir sowohl bei Weyermann Spezialmalze in Deutschland, Crisp Malt UK als auch bei Les Maltiers in Frankreich ein. Die 35 ppm beziehen wir von Castle Maltings aus Belgien.“
Dann die entscheidende Frage: Wann können wir all diese Kostbarkeiten probieren?
„Das ist schwer zu sagen, Fred. Es hängt nicht nur von der Aktivität des Fasses ab, sondern auch von der Intensität der Jahreszeiten, die hier am Zwarte Water zwischen normal und extrem schwankt. Derzeit benötigen die Whiskys unserer Meinung nach noch etwas mehr Reifezeit.“

Polder Bourbon
Geduld ist eine Tugend, ich weiß. Aber ich kann es kaum erwarten, in ein oder zwei Jahren bei Laura und Cees wieder vorbeizuschauen. Denn ich durfte bereits einige vielversprechende Whiskyproben von ihnen verkosten:
Probe 1 ist ein ungetorfter Whisky in Fassstärke (60,81% Alc.). Das erste Oloroso-Fass, das die beiden bekommen konnten, wurde bei seiner Ankunft zuerst mit Dubhghlas Merchant Navy Rum gefüllt. Nach 16 Monaten wurde das Fass geleert und der Rum abgefüllt. Noch am selben Nachmittag wurde der ungetorfte New Make eingefüllt. Mein Votum: Wow! Dieser junge Whisky riecht und schmeckt schon jetzt sehr ausgereift. Der Alkoholgehalt spürt man fast nicht. Mit einem Tropfen Wasser ist dies schon jetzt ein Fest für meine Geschmacksknospen.
Probe 2 reift als White Dog nur 1 Jahr in einem American Oak Hogshead (Toast 4/Char 5). Cees und Laura bezeichnen die Mischung aus fünf Teilen Mais, drei Teilen gemälzter Roggen und einem Teil gemälzter Gerste mit 62,23% Alkohol nicht als Bourbon, sondern als „Sjaak 531 Incognito“ – womit sie auf ihren geleibten Jack Daniels Old No 7 anspielen. Mein Votum: Das wird ein ganz großer Polder-Bourbon.

Dubhghlas Distillery
Dingstede 8
8064 PV Zwartsluis
Niederlande
(Geöffnet nur nach nach Vereinbarung)
Tel: +31 654605104
E-Mail: [email protected]
www: www.dubhghlasdistilleryzwartsluis.nl












