Berlin hat eine neue Adresse für Liebhaber außergewöhnlicher Whiskys: Im Kaufhaus des Westens (KaDeWe) wurde am Mittwoch, den 18. Februar, mit CELLAR 6 – The Rare Whisky Drop eine kleine, aber spektakuläre Erweiterung der Spirituosenabteilung eingeweiht. Hinter dem geheimnisvoll klingenden Namen verbirgt sich kein gewöhnlicher Verkaufsraum, sondern ein kuratierter Erlebnisort – irgendwo zwischen Schatzkammer, Museum und In-Store-Boutique.

Die Gastgeber sprachen scherzhaft von ihrem „Tunnel“, tatsächlich erinnert der neue Bereich an das private Whisky-Kabinett eines gut betuchten Sammlers. Beim Betreten fällt sofort die reduzierte, beinahe sakrale Atmosphäre auf: gedämpftes Licht, hohe schwarze Vitrinen entlang des Raumes. Jede Flasche steht wie ein Kunstwerk hinter Glas – würdevoll und beinahe ehrfürchtig inszeniert.

Am Eingang befindet sich ein Touchscreen. Über ihn kann man sich durch die Sammlung klicken und Informationen zu den ausgestellten Whiskys aufrufen. Sobald ein Whisky ausgewählt wird, erstrahlt die entsprechende Flasche in ihrer Vitrine in hellem Licht. Ein gelungener Effekt! Der Blick wird gezielt geführt, die Aufmerksamkeit gebündelt.
Die im CELLAR 6 präsentierten Abfüllungen sind ausnahmslos außergewöhnlich: streng limitierte Editionen, allesamt hochpreisig und im regulären Handel praktisch nicht zu finden. Als Beispiel sei hier ein Black Bowmore DB5 1964 genannt, von dem lediglich 27 Exemplare abgefüllt wurden. Der Kaufpreis liegt bei knapp unter 200000 Euro.



Hinter dem Konzept CELLAR 6 – The Rare Whisky Drop stehen vier namhafte Unternehmen der internationalen Spirituosenwelt:
- William Grant & Sons mit Glenfiddich und The Balvenie
- Suntory Global Spirits mit Bowmore, The Macallan und Highland Park
- Mack & Schühle mit The Dalmore
- Pernod Ricard mit The Glenlivet und Midleton
Gemeinsam haben sie einen Ort geschaffen, an dem sie ihre exklusivsten Produkte in einem würdevollen Rahmen präsentieren können. Die Planung und bauliche Umsetzung übernahm die Berliner Designagentur HAUS F.
Natürlich blieb es zur Eröffnung nicht beim bloßen Schauen. Verkostet wurde ein 31 Jahre alter Glenfiddich Grand Château.Neun Jahre seiner Reifezeit verbrachte dieser Whisky in Bordeaux-Rotweinfässern – die bislang längste Phase, die ein Glenfiddich in solchen Fässern lagern durfte. Das Ergebnis ist ein vielschichtiger, eleganter Single Malt, der klassische Glenfiddich-Charakterzüge mit dunkler Beerenfrucht, feiner Würze und einem Hauch von Tannin verbindet – ein würdiger Begleiter für die Einweihung dieses besonderen Ortes.
Unser Fazit: Sehenswert – auch ohne Kaufabsicht.
Für die meisten unter uns dürften die im CELLAR 6 präsentierten Flaschen außerhalb des persönlichen finanziellen Spielraums liegen. Und doch liegt genau darin der Reiz dieses Ortes. Er bietet die seltene Gelegenheit, aus nächster Nähe zu erleben, wie sich die Whisky-Industrie im sogenannten Ultra-Premium-Segment inszeniert. Hier geht es nicht allein um gereifte Destillate, sondern um Gesamtkunstwerke: aufwendig gestaltete Flaschen und Verpackungen – das Wort erscheint in diesem Zusammenhang viel zu banal! – erinnern eher an Skulpturen als an klassische Spirituosenregale. Und es wirkt: Man kann sich der Aura dieser kunstvoll inszenierten Raritäten nur schwer entziehen. Wer in Berlin ist, sollte sich einen Abstecher ins KaDeWe daher nicht entgehen lassen.


















